Das dunkle Erwachen (Horrorfilm 2005)

DarstellerInnen:  Katarina Kozakiewicz, Ulrich Raatz, David Schreiber, Peter Klüver, Gerhard Plambeck, Edith Adam, Anke C. Röder, Karen Knudsen, Olga Plambeck, Stefanie Wobbe
Kamera, Schnitt:  Stefan Brosch
Musik:  Frieder Hentzelt
Drehbuch, Regie: David Schreiber, Stefan Brosch
Laufzeit: 36 Minuten
(von uns empfohlene FSK: ab 16)
Handlung
Hannah ist besorgt: Ihr Freund Martin zieht in einen Krieg, dessen Ausgang ungewiss ist. Der Prediger versucht den Frauen in einer Propaganda-Rede zu erklären, warum dieser Krieg wichtig und sinnvoll ist und dass er von Gott gewollt ist. Doch ein alter Mann ist anderer Meinung. Er sieht im Krieg das Verderben und überreicht Hannah eine rätselhafte Knoblauchkette. Noch ahnt Hannah nicht, dass sie beobachtet wird. Doch die Ereignisse spitzen sich zu …
Trailer
Information
Der langsam erzählte Horrorfilm Das dunkle Erwachen entstand 2004/05 unter dem Einfluss verschiedener Inspirationen. Stilistisch wollten wir eine Hommage an frühe Vampirfilme liefern (herausragendes Beispiel: Nosferatu von F.W. Murnau), die weitgehend ohne technische Tricks auskamen und hauptsächlich auf den Effekt von Licht und Schatten setzten. Inhaltlich erhielt der Film aufgrund des damals beginnenden 2. Irakkriegs auch eine politische Aussage, nämlich die Warnung vor leichtfertig begonnenen und verklärten Kriegseinsätzen.
„Das Böse“ kommt im Film zunächst atmosphärisch, dann in einer konkreten Gestalt (mehr verraten wir hier nicht) über ein archaisch anmutendes, fiktives Volk, das von zahlreichen Statisten dargestellt wird. An interessanten Drehorten in und außerhalb von Hamburg entstanden schöne Landschafts- und Raumaufnahmen, die in ihrer Zusammensetzung teilweise skurril und unwirklich erscheinen.
Auf den Stoff und die Erzählweise des Films gab es sehr unterschiedliche Reaktionen, die von Irritation bis Staunen und Faszination reichten. Manche Bildmontagen und Texte wirkten auf einzelne christlich geprägte Premierengäste konfrontativ. Mit diesen Einfällen kritisieren wir aber nicht den (christlichen) Glauben an sich, sondern seine Vereinnahmung für unbegründete Kriege, was im Film anhand der propagandistischen Verzerrung durch den korrupten Prediger gezeigt wird. (Der Regisseur des Films war schon damals vom Glauben geprägt und hat sich später sogar für eine theologische Laufbahn entschieden.) "Das Böse" scheint in der Filmhandlung allerdings die Oberhand über Glauben und Psychotherapie zu gewinnen. Von dieser Tendenz war und ist unsere persönliche Haltung klar unterschieden.

Frauen aus dem "Volk"



Der durchaus beeindruckende Soundtrack, der die Bilder wirkungsvoll untermalt, entstand mit Hilfe der Vienna Symphonic Library. Diese CD-Produktion enthält Originaltöne einzelner Instrumente der Wiener Symphoniker, die Frieder Hentzelt für seine Komposition zusammensetzte.
Der Film wurde auf Super-VHS gedreht.  Nach Abschluss der Dreharbeiten haben wir das Filmmaterial digitalisiert und am PC zum fertigen Film geschnitten. Tatkräftig geholfen haben uns hierbei Ulrich Raatz und Jürgen Ribinski, bei der Installation der Programme auch Helmut Neumann. Der Grafik-Designer Jürgen Ribinski hat außerdem den Werbe-Flyer, die Filmplakate und das DVD-Cover entworfen. Ulrich Raatz, der als Kameramann arbeitet, hat uns für die Dreharbeiten professionelle Beleuchtungstechnik zur Verfügung gestellt.
Die Kampfszenen im Film wurden vom Schauspieler Jens Wesemann choreografiert, der zu jener Zeit auch als Choreograf am Altonaer Theater und als Dozent an der Hamburger Stage School of Music, Dance and Drama  arbeitete. An dieser Schauspielschule hatte unsere Hauptdarstellerin Katarina Kozakiewicz kurz zuvor ihre Ausbildung absolviert. Katarina ist nach einigen Jahren schauspielerischer Tätigkeit in ein anderes Berufsfeld gewechselt.
Weitere Personen spielten hinter den Kulissen eine Rolle im Projekt. So ermöglichten uns Mitarbeiter- Innen des Instituts für Tropenmedizin in Berlin mikroskopische Aufnahmen vom Blutplasma. Die Hamburger Ärztin Dr. Gabriele Suchan betreute eine gewagte Szene mit Blutegeln.

Drehpause im...

... Hamburger Volkspark

Die beiden Regisseure in der Drehpause


Viel Geduld mussten unsere Nachbarn im Mietshaus aufbringen. Auf dem Dachboden, der inzwischen zu einer Wohnung ausgebaut ist, sind viele Filmszenen entstanden, die wir teilweise bis spät in die Nacht gedreht haben. Die Nachbarn haben uns Hilfsmaterial und Requisiten zur Verfügung gestellt, Peter Kluge hat mehrmals spontan am Set geholfen. Ohne die Unterstützung all dieser Menschen wäre der Film nicht zustande gekommen. Unser Dank geht hier noch einmal an alle Mitwirkenden.
Am 28. Mai 2005 feierte Das dunkle Erwachen Premiere im Zeise-Kino in Hamburg-Altona. Später war der Film mehrere Male bei kleinen halböffentlichen Aufführungen sowie im Hamburger Bürger-TV-Kanal Tide zu sehen. Eine DVD-Fassung ist bei uns käuflich erhältlich.
Mitwirkende Berufsschauspielerinnen
Im Film spielen talentierte LaiendarstellerInnen neben gelernten Berufsschauspielerinnen. Diese Kombination hat sich in unseren Projekten wiederholt als sehr erfolgreich erwiesen. Wir möchten keine Wertung zwischen Profis und Laien vornehmen; zur Wiedererkennung sind hier aber die Profi-Schauspielerinnen mit Bild und Namen vorgestellt, weil sie teilweise auf Hamburger Bühnen und an anderen Orten zu sehen sind.

Katarina Kozakiewicz

Edith Adam

Anke Carmela Röder